Über uns
Die Plattform ARCHI:F - feministische Forschung Architektur bildet die erste Stufe einer digitalen und physischen Plattform, die bestehende Initiativen und Projekte aus der feministischen Architektur- und Städtebauforschung dokumentiert, vernetzt und sichtbar macht.
Ziel ist es, die in den letzten Jahrzehnten entstandene feministische Architekturforschung, vorerst mit dem Schwerpunkt Österreich, umfassend zu sammeln und zugänglich zu machen.
Nach dem Prinzip der Kernhäuser, die Margarete Schütte-Lihotzky für die Siedlerbewegung entworfen hat, soll die digitale Plattform als Kernmodul stufenweise zu einem vollwertigen Forschungszentrum weiterentwickelt werden.
Zeigen, Sichtbar machen, Vernetzen
Ausgehend von Schütte-Lihotzkys Schrankraum als symbolischem Ursprung feministischer Architekturforschung in Österreich wird dieses Projekt genutzt, um im Laufe der recherchebasierten Arbeit ein feministisches Archiv der Architekturforschung anzulegen. Dabei werden Diplomarbeiten, Dissertationen, Forschungsprojekte, Lehrveranstaltungen, Vorträge, Ausstellungen, Workshops und Konferenzen – und wenn möglich auch physische Materialien – gesammelt. In einer Datenbank werden die unterschiedlichen Informationen zusammengeführt und öffentlich zugänglich gemacht.
Sammeln, Ordnen, Aufbewahren
Die Initiative zu diesem Projekt entstand aus Überlegungen zu Archiven weiblicher Architekturschaffender, die oft in privaten, profanen Räumlichkeiten verortet und dadurch der Sichtbarkeit entzogen waren.
In der heute denkmalgeschützten Wohnung Margarete Schütte-Lihotzkys in der Franzensgasse 16 ist der unscheinbarste Raum – ein kleiner Nebenraum – von ihr sorgfältig als Schrankraum geplant und genutzt worden.
Und doch ist es ein Proto-Ort: Hier nimmt die feministische Architekturforschung in Österreich ihren physischen Ausgangspunkt. Neben Leib- und Bettwäsche, oberhalb von Blusen und Tischtüchern, hatte Schütte-Lihotzky auch Fächer für Ordner eingeplant. In diesem Schrankraum verwahrte sie über Jahrzehnte ihren architektonischen Nachlass.
Schütte-Lihotzky übergab ihr Werk der Sammlung und dem Archiv der Universität für angewandte Kunst und machte es so einer (Forschungs-)Öffentlichkeit zugänglich. Wie in so vielen Belangen handelte sie auch hier anders als die meisten ihrer Berufskolleginnen, deren Werknachlässe vielfach im Privaten verblieben – und oft verschollen waren. Diese Lücken und Fehlstellen in den Archiven führten in der Folge zu einer epistemischen Vernachlässigung, nicht nur in der historischen, sondern auch in der aktuellen Architekturforschung.
Impressum
A.K.A. Agentur für Kritische ArchitekturAm Tabor 29/1/23
1020 Wien
Idee und Konzept: Christina Linortner
Realisierung im Rahmen des Margarete-Schütte-Lihotzky Projektstipendiums des Bundesministeriums Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, 2025
Umsetzung Webseite und Datenbank: Krzysztof Jeziorny